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Tropical Island
Irgendwo weit draussen zwischen Berlin und Dresden...
Aber schön wars trotzdem.

War schon kalt, am Tag der Anreise - nachmittags etwa 10 Grad minus - und wie ein böses Omen sah man zwei große Feuerwehrautos mit Blaulicht um die Halle fahren - ich dachte noch: Jetzt sind ihnen die Heizungsrohre geplatzt und wir werden frieren...
Als dann in den folgenden Stunden bis zum Abend die Innentemperatur tatsächlich bis auf 24 Grad absackte, hakte ich an der Auskunft nach, ob wir nachts im Zelt denn frieren müssten. Man gab zu, daß man sinkende Temperaturen erwartete, aber mit der leichten Decke im Zelt sollte es auch bei den über 20 Grad Minus im Freien in der Halle erträglich bleiben. Das Schlafen war dann auch nicht das Problem, sondern die Aktivität tagsüber: Die Luft war auf 21 Grad abgekühlt, die Becken auch etwas kühler als sonst, sobald man aus dem Wasser kam, fror man wie ein Schneider. An Rutschen war nicht zu denken, wir machten nach drei Runden schlapp weils an der Luft einfach zu kalt war. Es blieb dann nur, sich anderweitig einen schönen Tag zu machen, mit Minigolf, Kinderbelustigung, Gasballonfliegen etc...

Insgesamt ist das Tropical Island schon ein Erlebnis. Ich kann auch nur jedem empfehlen, das ganze mit Zeltübernachtung zu verbinden, das ist schon klasse, mitten im Winter morgens um 6 von lärmenden Singvögeln geweckt zu werden. Der ständige Geräuschpegel ist zwar gerade nachts gewöhnungsbedürftig, aber erträglich. Weniger erträglich sind die schwabbeligen Matratzen auf den Lattenrosten im Zelt: die Matratze ist aus so weichem Schaumstoff, man hat den Eindruck, daß sie wie eine Wasserbettmatratze sofort zur Seite weicht, wenn man sie berührt...
Erstklassig und sehr lobenswert ist das Frühstück. Da kann sich so manches Hotel eine Scheibe von abschneiden. Ansonsten ist die Gastronomie ganz brauchbar. Junkfood an Selbstbedienungstheken in allen Geschmacksrichtungen ist ebenso vorhanden wie "normales Essen."
Irritierend und unverständlich ist für mich, daß im weitläufigen und gut ausgestatteten Kinderspiel- bereich ungesicherte Starkstromsteckdosen vorhanden sind und nur wenige Meter weiter wird auf einem Schild auf Sicherheit hingewiesen.
Tolle Sache der Heliumballon, man kann sich für 12 Euro pro Nase einen Flug buchen und sich in luftige Höhen heben lassen, um einen schönen Überblick zu bekommen. Da sieht man nicht nur den wirklich weitläufigen Regenwaldbereich, sondern auch die Stahlträger an den halbrunden Kuppeltoren etwas genauer: Der Korrosionsschutz dieser Stahlträger scheint nicht für die ständige Belastung mit Kondenswasser ausgelegt zu sein: Deutlich erkennbar ist beginnende Korrosion der Träger - es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis die halbrunden Kuppeltore wunderschöne Rostlauben sind, die für teuer Geld saniert werden müssen.
Alles in allem ein tolles Erlebnis. Schade, daß wir die kälteste Nacht seit Jahrzehnten erwischt haben. Die Preise im Tropical Island sind absolut im Rahmen. Ich wünsche den Betreibern, daß sie das Tropical Island lange erhalten können - die Heizkosten dürften sie auffressen und auch der mit viel Liebe und Manpower gepflegte Regenwald ist sicher ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Wir wollen sicher mal wiederkommen und hoffen, daß es das Tropical Island dann noch gibt...
Einen ausführlichen Bericht über unsere Fahrt ins Tropical Islands gibts im Fandom Observer 236 auf den Seiten 10 bis 12...
24.1.2009